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Die Wirkung

 

Die Wirkungen unserer Hochfrequenztherapie sind im physikalischen Bereich mechanischer Natur Hautreiz, Muskelkontraktion), thermischer Natur (geringe Wärmeentwicklung) und optischer Natur (ultraviolettes Licht – spielt wegen geringer Intensität therapeutisch kaum eine Rolle), im chemischen Bereich kommt es zu einer Veränderung der Luft (Bildung von Ozon und Stickoxiden) und zur Bildung von Ionen beiderlei Vorzeichens und daraus resultiert bei Änderung der Ionenkonzentration bzw. des Verhältnisses der positiven und negativen Ionen eine biologische Wirkung.

Einpoliges Bestrahlen bewirkt eine Körperaufladung. Durch die Distanzbestrahlung (Effluvien) wird der Patient negativ aufgeladen (alkalische Reaktion), bei der Nahbestrahlung (Fulguration, Kontakt) wird der Patient positiv aufgeladen (saure Reaktion).

Der Körper wird durch die positive Bestrahlung angesäuert und durch die negative Bestrahlung alkalisiert. Ansäuerung bedeutet eine Tonisierung des Sympathikus, Alkalisierung eine Tonisierung des Parasympathikus.

Die Wirkungen betreffen einerseits die Haut, die Muskeln, den Blutdruck schwächere Durchströmungen senken Blutdruck, stärkere steigern ihn) die Diurese

(erhöhte Abgabe von Stickstoff, Harnstoff, Harnsäure, Phosphaten, Wasser - Verminderung der Azidität des Harnes) und auch die Gefäße (Dilatation der cerebralen Gefäße, Erhöhung der Zirkulationsgeschwindigkeit des Blutes, Erleichterung des Kreislaufes durch Verminderung des innervatorisch bedingten peripheren Widerstandes).
Andererseits wirkt die Hochfrequenztherapie auch auf das Herz (Verstärkung der Systole, Bradykardie, initiale Blutdruckerhöhung, Verkleinerung des Herzschattens), auf Mikroorganismen (bakterizid), den Stoffwechsel (Anregung durch Einatmung von Ozon und Stickoxiden, Erhöhung des Grundumsatzes), die Lunge (Erhöhung des Atemvolumens, Vertiefung der Atmung) und das Zentralnervensystem (ZNS).

Für unsere Therapie ist die Nutzung von reflektorischen Beziehungen zwischen der Haut bzw. der Körperperipherie und inneren Organen von großer Wichtigkeit. Von der Peripherie der Haut aus können die Funktionen von inneren Organen, Muskeln, Gefäßen, Nerven und Knochen beeinflußt werden – auf neuralem Weg (über Nervenbahn) und/oder auf humoralem Weg (über Blutbahn, Lymphe, …). Die Erreichung derartiger Wirkungen erfolgt durch entsprechende Reize an geeigneten Hautstellen durch die hochfrequenten Entladungen.

Wirkung des Hautreizes auf neuralem Weg (Veränderungen, die der Reiz über das Nervensystem bewirkt):
Es kommt zu einer Gefäßerweiterung in der Haut, die durch einen über die Schmerzbahnen laufenden örtlichen Reflex hervorgerufen wird. Sogenannte „Axonreflexe“ durchlaufen keine Synapsen – der afferente Impuls geht, von der Haut kommend, noch in der Peripherie auf efferente Gefäßnerven über.
Viszerokutaner/kutiviszeraler Reflex(bogen):
Ein reizbedingter Ablauf, der durch ein bestimmtes, im Organismus vorgegebenes Innervationsschema festgelegt ist. Es kommt zu einer Wirkung, die über lokalen Reiz weit hinausgeht. Eine gesteigerte Berührungsempfindlichkeit oder übermäßiges Schmerzgefühl in umschriebenen Hautarealen kann auf eine Erkrankung innerer Organe hinweisen. Innere Organe sind nerval über dasselbe Rückenmarksegment mit einem bestimmten Hautareal verbunden.
Viszerokutane Reflexe lösen bei Erkrankung innerer Organe in den entsprechenden Hautinnervationsgebieten - Headsche Zonen - Reaktionen aus.
Kutiviszerale Reflexbögen: hier beeinflussen Hautreize die vegetative Innervation innerer Organe.

Wirkung des Hautreizes auf humoralem Weg (gewöhnlich mit dem neuralen verknüpft): durch Einwirken der Entladungen kommt es zu Veränderungen und Zerfall von Epidermiszellen, zur Bildung lokaler Stoffwechselprodukte, zu einer fein dosierten parenteralen Eiweißzufuhr (Proteinkörpertherapie), zur Ausschüttung gefäßaktiver, vasodilatorischer Stoffe (z.B Histamin) – alle Abbauprodukte sind über die Blutbahn wirksam (humoral) – zur Durchblutungssteigerung (reaktive Hyperämie) und zur Reizung endokriner Drüsen (Eigenhormontherapie - z.B. vermehrte Kortikoidausschüttung).

Die oben beschriebene Hyperämie hat ihre Ursache in der Erweiterung der Hautgefäße nach vorübergehender Kontraktion. Die Hautrötung besteht anfangs aus einzelnen Punkten, später aus Flecken, die schließlich miteinander zusammenfließen. Mit Abschluß der Behandlung ist meist der Höhepunkt erreicht, ausnahmsweise kann sie nach der Behandlung noch zunehmen. Die Dauer ist verschieden: manchmal 24, selten 48 Stunden (u.U. Ödem- und Quaddelbildung).

Transkutane Nervenreizung: wirkt analgesierend, es besteht eine Beziehung zwischen elektrischen Impulsen und neuroendokrinen Mechanismen im Schmerzgeschehen. Bestimmte Neuropeptide, die Endorphine, spielen eine Rolle. Sie sind körpereigene Substanzen im Gehirn und einigen anderen Organen, sind spezifisch an Opiatrezeptoren gebunden, vermögen Morphinwirkung auszulösen und können wie andere Opiate zentral die Schmerzverarbeitung hemmen.
Sie befinden sich vermehrt in Strukturen der Schmerzübertragung und Schmerzverarbeitung. Die Freisetzung der Endorphine erfolgt bei Reizung von bestimmten Hirnstammstrukturen, Rumpf und Extremitäten.

Bei der d´Arsonvalisation kommt es auch zu einer Muskelkontraktion: Es besteht die Möglichkeit Muskelfasen zu erregen bzw. zu kontrahieren - nicht nur bei gesunden, sondern auch bei gelähmten Muskeln.
Es kommt jedoch zu keinen Einzelerregungen, da die Stromflußzeit zu kurz und die Impulsfolgefrequenz zu groß ist.
Motorische Punkte werden Hautstellen genannt, von denen die Reizung von Muskel und/oder Nerv am leichtesten gelingt. Diese Reizung erfolgt entweder direkt am Muskel oder indirekt über die am Muskel endenden Nerven.

Elektrische Tiefenwirkung: Strom polarisiert auch unter der Haut Zellen - „lebende Substanz“ wird tiefgreifend verändert.
Unter der positiven Elektrode kommt es zu Verdichtungen, die Haut wird „steif und fest“ (= Kontinuum) durch Verminderung der Gefäßdurchlässigkeit (Sympathikus).
Unter der negativen Elektrode entsteht eine Lückenbildung, die Haut ist „locker und weich“ (= Diskontinuum) durch Erhöhung der Gefäßpermeabilität (Vagus).

Hochfrequenz wirkt auch über das vegetative Nervensystem durch die in seinen Fasern fließenden bioelektrischen Ströme (können gemessen werden). Sympathikotonie durch Effluvien (beruhigen Sympathikus), Vagotonie durch Kontakt- oder Fulgurationsbehandlung (Sympathikustonisierung). Sympathikuszentren sind positiv geladen, Parasympathikuszentren negativ.

Die d´Arsonvalisation bewirkt eine Steigerung der „Vitalität“: sie ersetzt verloren gegangene Elektronen, lädt das gesunkene Körperpotential wieder auf. Ermüdung ist Rückgang der bioelektrischen Potentiale, Schlaf heißt Ladung des vegetativen Nervensystems = Umschaltung auf Vagotonie. Im Wachen „gibt man sich aus“, man schaltet auf Sympathikotonie. Bei der Ermüdung strömen K, Ca, PO4 aus der Zelle bzw. Na, Cl in die Zelle, im Schlaf und bei Erholung kommt es zur Rückwanderung und Kraftaufladung. Da die negativ geladene K-Gruppe den Parasympathikus anregt, erklärt sich die Vagotonie im Schlaf.
Die Hochfrequenztherapie kann nur wirken, wenn genügend Ionen zur Transmineralisation (Umstimmung) vorhanden sind (eventuelle Substitution vor allem von Ca).

Wirkung auf den Serotonon – Stoffwechsel:
Hier ist ein bestimmtes Verhältnis von positiven Ionen zu negativen Ionen von Bedeutung, außerdem sind Ionen mittlerer Größen biologisch am wirksamsten.
Serotonin-Überschuß führt zu erhöhter cerebraler Aktivität, ein Mangel zu depressiven Wirkungen
Der enzymatischer Abbau von Serotonin durch Monoamin-Oxydase wird durch positive Ionen gehemmt und durch negative Ionen aktiviert.

Wirkung auf den Mesenchymstoffwechsel:
Dieses Zellsystem ist als Strömungs- und Diffusionsgebiet für den Stofftransport außerhalb der Gefäße von großer Bedeutung.
Es ist an den Abwehrfunktionen des Körpers gegen toxische Einflüsse maßgeblich beteiligt und reagiert besonders gut auf Arsonvalisation: ein kräftiger Reiz auf das Mesenchym bedingt sowohl eine Tätigkeitssteigerung von normalfunktionierendem Mesenchym als auch von in seiner Aktivität deprimiertem Mesenchym.