Durchblutungsstörung

Wenn die Gefäße streiken

Würden wir alle unsere Blutgefäße aneinanderlegen, so ergäbe das eine Strecke von etwa 100.000 Kilometern. Die Störung des Blutflusses – auch auf kürzester Strecke – kann zu schwersten Erkrankungen führen. Fast immer ist die Arterienverkalkung, also eine Durchblutungsstörung, Ursache für Schlaganfall, Herzinfarkt, „Raucherbein“, etc.

Das Gefäßsystem

In den Blutgefäßen kreist unser Blut in einem Lungen- und einem Körperkreislauf. In den vom Herzen wegführenden Gefäßen, den Arterien, wird das sauerstoffreiche Blut bis in die einzelnen Organe transportiert und dann wieder – in den Venen – zum Herzen und von dort in die Lungen gepumpt, wo das Blut wieder mit Sauerstoff angereichert wird.

Durchblutungsstörung und Arteriosklerose  – Definition

Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist ein Krankheitsprozess, der chronisch über Jahre verläuft und zu einer Einlagerung von Fett, Bindegewebsbestandteilen und besonders Kalk in die Gefäßwände führt. Als Folge kommt es zu einer Verengung der Arterien bis hin zu einer Verstopfung, dem Gefäßverschluss. Das Blut kann nicht genügend zirkulieren. Durch die Durchblutungsstörung resultiert daraus eine Mangelversorgung von Geweben und Organen mit Sauerstoff.

Durchblutungsstörung und Arteriosklerose – Häufigkeit

In den westlichen Ländern sind bei fast jedem Erwachsenen Anzeichen einer Arteriosklerose in den peripheren Gefäßen festzustellen; bei 5-20% der Patienten mit einer peripheren arteriellen Durchblutungsstörung ist innerhalb von 5 Jahren eine Amputation notwendig, die Sterblichkeit ist auf das Doppelte bis Dreifache erhöht.

Durchblutungsstörungen und Arteriosklerose – Risikofaktoren

Die Entstehung der Arteriosklerose ist weitgehend bekannt. Sie ist die Folge verschiedener Risikofaktoren, die in den westlichen Industrieländern häufig angetroffen werden, wobei eine familiäre Häufung zu beobachten ist, Männer öfters betroffen sind und das Lebensalter eine wichtige Rolle spielt. Die wichtigsten Auslöser sind zu hohe Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyzeride), Zigarettenrauchen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Auch hohe Harnsäurespiegel im Blut (Gicht) und Hormonpräperate (Pille, Osteoporosetherapie, …) tragen zur Gefäßschädigung bei. Ein Zuviel an Blutplättchen, weißen und roten Blutkörperchen, aber auch an Fibrinogen (das ist ein Blutgerinnungsfaktor) fördert ebenfalls die Arteriosklerose. Einer der erwähnten Risikofaktoren für sich alleine genommen verursacht nur sehr langsam eine Arterienverkalkung, treffen aber mehrere Faktoren zusammen, so erhöht sich das Risiko enorm.

Ort und Folge

Mangeldurchblutung der Hirnarterien kann zu Hirnleistungsstörungen, Schlaganfall, Ohrgeräuschen und Schwindel führen. Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen äußern sich als Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen. Arteriosklerose der Bein- und Beckenarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit – pAVK) kann Raucherbein, Schaufensterkrankheit, Potenzstörungen, offene Beine und Schmerzen zur Folge haben. Über Schlaganfall und Tinnitus sind bereits spezielle Artikel publiziert worden, die jederzeit angefordert werden können.

pAVK

Unter dem Begriff periphere arterielle Verschlusskrankheit wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, die zu einer Mangeldurchblutung meist der Beine, seltener der Arme führen.

Nach Fontaine wird die pAVK in vier Stadien (Stadium l beschwerdefrei) eingeteilt, wobei das Stadium II als „Schaufensterkrankheit“ bzw. als Claudicatio intermittens bekannt ist: Hauptsymptome sind der belastungsabhängige Schmerz peripher der Gefäßschädigung, der den Betroffenen zwingt, stehen zu bleiben (Stadium lla – Gehstrecke über 200m, Ilb unter 200m), Brennen und Krämpfe der Muskulatur, sowie subjektives Kältegefühl. Im Stadium lll treten die Symptome schon in Ruhe auf, im Stadium IV bestehen Gewebsdefekte (Geschwür, Gangrän, Nekrose), die Amputation droht.

Zur Diagnose führen Arztgespräch, klinische Untersuchung und apparative Methoden wie Oszillographie, Doppler-Ultraschall, Duplex-Sonographie und Angiographie.

Die Therapie der pAVK ist stadienabhängig. Zu allererst muss versucht werden, die bestehenden Risikofaktoren zu beseitigen: keine Zigarette mehr !, strenge Überwachung des Cholesterin- und Triglyzeridspiegels, Reduktion des Übergewichtes, Normalisierung des Blutdruckes, optimale Einstellung des Diabetes sowie Stressmanagement. Im Stadium II sind regelmäßiges und konsequentes Gehtraining und ein entsprechendes gymnastisches Übungsprogramm Mittel der Wahl. Ab diesem Stadium kommen sowohl Medikamente (blutverdünnende und gefäßaktive Präparate) als auch Kathetertechniken (Aufdehnen des verengten Arterienstückes mittels Ballon: PTA = perkutane transluminale Angioplastie oder Einführen eines Stützgitters, das die Gefäßverengung aufspreizt: Stent) zum Einsatz. Der Gefäßchirurgie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um Gefäßverschlüsse zu behandeln: die Ausschälplastik (das Gefäß wird vom Kalk befreit), die Bypassoperation (eine körpereigene Vene wird als Umleitung vor und nach der Engstelle in die Arterie eingenäht) und der Gefäßersatz (hier erfolgt die Überbrückung mit einem Kunststoffgefäß). Die Schaufensterkrankheit kann für den Betroffenen viel Leid bedeuten und sollte immer als Warnsignal in Richtung Herzinfarkt und Schlaganfall verstanden werden.

Im INSTITUT ZEILEIS steht – wie es sich für ein Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation gehört – die physikalische Therapie der Durchblutungsstörungen, zum Teil medikamentös unterstützt, im Mittelpunkt. Nach einer eingehenden Untersuchung kommen bei uns verschiedenste, teilweise weltweit einzigartige Therapien zur Anwendung, wobei die Kombination von Hochfrequenzströmen (d`Arsonvalisation), Solenoid (hochfrequentes Magnetfeld), Eigenblutinjektionen einerseits und der modernen Resonanz-Magnetfeld-Therapie (RMT) andererseits hervorragende Ergebnisse liefert. Je nach Stadium und Lokalisation vervollständigen Heilgymnastik, spezielle Massagen, Stab- und Flächenlaser, Akupunktur, Bioresonanz, Magnetfeldmatte (niederfrequentes Magnetfeld), Lichttherapie sowie ausgesuchte Anwendungen aus dem Bereich der Elektro-, Hydro(=Wasser)- und Balneotherapie (hauseigenes Thermalwasser !) unser Behandlungskonzept.

RMT

Die Resonanz-Magnetfeld-Therapie beruht auf dem Zusammenspiel von Schallwellen und Magnetfeld. Dabei werden Schallwellen sehr niedriger Frequenzen über die Haut, vorzugsweise über die Fußsohlen, in den Körper geleitet. Die Körperflüssigkeiten sind hervorragende Träger für diese Schallschwingungen. Wenn diese Wellen in den Blutgefäßen auf ein Hindernis stoßen, wie es eben Gefäßablagerungen darstellen, so üben sie einen gewissen Druck auf diese aus. Dadurch bewirken sie einen allmählichen Abbau der Ablagerung, der allerdings nur in Molekulargröße vor sich geht. Das kann man mit dem Schmelzen von Schnee oder Eis vergleichen. Der Patient hat den großen Vorteil, dass keine größeren Teile wegbrechen können. Würden nämlich solche in die Blutbahn gelangen, so bestünde die Gefahr, dass es an anderen Engstellen erst recht zu Verschlüssen kommen könnte. Dieses Problem besteht eben gerade deshalb nicht, weil der Abbau nur in winzigen Teilen erfolgt, die völlig gefahrlos über die Nieren ausgeschieden werden. Das gleichzeitig angewendete Magnetfeld umhüllt den ganzen Körper des Patienten und aktiviert in den Zellen regenerierende Kräfte und bewirkt unter anderem eine Linderung etwaiger bestehender Schmerzen.

Sollten in diesem Artikel Fragen Ihrerseits nicht beantwortet worden sein, so bitten wir um Kontaktaufnahme auf dem Postweg, telefonisch, per Fax oder E-mail. Wir behandeln selbstverständlich auch arteriell bedingte Geschwüre, chronisch venöse Insuffizienzen wie Beinödeme und Unterschenkelgeschwüre, diabetische Füße, Zustände nach Schlaganfall und/oder Herzinfarkt sowie sämtliche Formen der Polyneuropathie.

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