Kopfschmerzen und Migräne

Gewitter im Kopf

Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzformen, wobei Frauen, Männer und Kinder betroffen sind. Weltweit treten verschiedenste Formen (13 Kategorien mit insgesamt 129 verschiedenen Subtypen) auf. 76% der Frauen und 57% der Männer leiden unter wiederkehrendem Kopfschmerz, wobei die Migräne – auch Hemikranie genannt – mit ihren 16 Untergruppen überwiegt.

Geschichte

Im 19. und am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Migräne unter dem Aspekt einer Funktionsstörung des Gehirns, des Gefäßsystems oder der Psyche betrachtet. Häufig wurde das Leiden in die Nähe der Neurose, speziell der Hysterie, gerückt.

Mit den Worten: „Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man keine hat“ beschrieb Erich Kästner in seinem Buch „Pünktchen und Anton“ treffend ein Fehlurteil, demzufolge noch in jüngster Vergangenheit die Migräne als eingebildetes Frauenleiden galt.

Kopfschmerzen und Migräne – Statistik

In Österreich leiden rund 1 Million Menschen (ca. 12%) an Migräne. Sie kann in jedem Alter auftreten, immerhin in 3-5% bereits vor der Pubertät, allerdings äußerst selten vor dem 3. Lebensjahr. Vor der Pubertät ist die Geschlechtsverteilung zwischen Knaben und Mädchen noch gleich. Nach der Pubertät ändert sich das Verhältnis Männer zu Frauen auf 1:3. Im Alter nimmt die Häufigkeit der Migräne ab und ein Neuauftreten nach dem 50. Lebensjahr ist relativ selten.

Kopfschmerzen und Migräne – Definition

Bei der Klassifikation, Diagnose und Behandlung von Kopfschmerzen muss zwischen primärem und sekundärem Kopfschmerz unterschieden werden.

Primäre Kopfschmerzen gelten als eigenständige Krankheit. Es liegen keine organischen Ursachen zugrunde. Diese größte Gruppe periodisch wiederkehrender Kopfschmerzen umfasst Migräne, Clusterkopfschmerz sowie den episodischen bzw. chronischen Spannungskopfschmerz.

Sekundäre Kopfschmerzen sind Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung.

Theorien

Die vaskuläre Migränetheorie geht davon aus, dass eine Minderdurchblutung des Gehirns, hervorgerufen durch eine Gefäßengstellung, als Ursache für Aurasymptome anzusehen ist.

Die neurogene Migränehypothese besagt, dass die Migräne durch eine anfängliche Störung der Gehirnfunktion ausgelöst wird, auf die Veränderungen der Gefäße folgen.

Kopfschmerzen und Migräne – Einteilung

Bei der Migräne werden zwei Haupttypen unterschieden:

Die Migräneattacken ohne Aura (früher: einfache Migräne oder Hemicrania simplex) sind wiederkehrende Kopfschmerzen von unterschiedlicher Intensität, Häufigkeit und Dauer. Die typische Migräne tritt vorwiegend einseitig im Schläfenbereich auf. Der Schmerz kann auch auf die andere Seite wechseln. Meist ist der Schmerz pulsierend. Körperliche Anstrengung wirkt verstärkend. Häufig treten Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitend auf.

Die Migräne mit Aura (früher: klassische Migräne oder Migraine accompagnée) ist durch zusätzliche neurologische Ausfallssymptome gekennzeichnet. In der Regel äußern sich diese in Form von Sehstörungen, es können aber auch andere neurologische Defizite auftreten. Die Aura geht meist dem Kopfschmerz voraus, sie kann aber auch während der Kopfschmerzphase oder danach auftreten. In einigen Fällen fehlt der Kopfschmerz sogar völlig.

Ungefähr 70% aller Attacken verlaufen ohne Aura, eine Vielzahl der Patienten weist jedoch beide Formen auf.

Migränephasen

Die Prodromalphase kann dem Kopfschmerz Stunden bis Tage vorausgehen und wird vom Patienten in sehr unterschiedlichem Umfang wahrgenommen. Diese kann sehr ausgeprägt sein oder auch für den Betroffenen unerkennbar verlaufen. Die unterschiedlichsten Symptome, wie etwa Reizbarkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Heißhunger, Appetitlosigkeit, gehobene oder gedrückte Stimmung, erschwertes Sprechen oder Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödeme) werden beschrieben.

Die Aura dagegen lässt sich klar abgrenzen. Sie entwickelt sich innerhalb weniger Minuten und dauert normalerweise 15 bis 20 Minuten (max. 60 Minuten). Sie ist Folge einer umschriebenen Funktionsstörung in bestimmten Gehirnabschnitten. Die häufigsten Symptome sind Sehstörungen (Flimmern vor den Augen, Lichtblitze, Zick-Zack-Linien, …). Weitere Auren sind  halbseitiges Nichtsehen, halbseitige Lähmung oder Gefühlsstörung  sowie Sprechstörung.

Die Kopfschmerzphase dauert 4 bis 72 Stunden an. Eine intensive, prolongierte Migräne, die länger als 72 Stunden anhält, wird als Status migraenosus (auch Status hemicranicus) bezeichnet.

Die Postdromalphase ist, wenn auch sehr häufig, weniger charakteristisch. Sie ist gekennzeichnet durch erhöhte Reizbarkeit, Teilnahmslosigkeit oder Konzentrationsstörungen und Müdigkeit. Darüber hinaus können Muskelschmerzen und Schwäche auftreten.

Kindermigräne

Die Migräne bei Kindern kann jener bei Erwachsenen gleichen. Einige kindliche Migräneformen gehen ohne Kopfschmerz einher. Als Symptome treten Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Gleichgewichtsstörungen, Unruhe, plötzliche Reizbarkeit, Licht- und/oder Lärmempfindlichkeit auf.

Diagnose

Für die Diagnose der Migräne gibt es keine spezifischen Untersuchungsmethoden. Allein das ausführliche Patientengespräch, sowie die exakte Beobachtung und Beschreibung der Kopfschmerzen durch den Patienten führen den Arzt zur richtigen Diagnose. Das Führen eines Kopfschmerzkalenders bzw. Migränetagebuches erscheint unerlässlich. Wichtig sind Lokalisation und Dauer der Schmerzen, Schmerzqualität und –intensität, Begleitphänomene, mögliche Auslösefaktoren, vorausgehende Hinweissymptome, Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat, monatliche Menge an eingenommenen Medikamente, etc.

Ursache

Man weiß bereits sehr viel über die Vorgänge, die während einer Migräneattacke im Gehirn ablaufen. Unbekannt ist jedoch der „Starter“, der alles ins Laufen bringt. Vermutlich sitzt er in einem zentralen Hirnabschnitt, dem Hirnstamm. Von dort werden über Nervenfunktionsstörungen Erweiterung und Entzündung der großen Hirngefäße in Gang gesetzt. Im Gespräch ist eine genetische Störung – an der Möglichkeit der Vererbung der Migräne wird heute nicht mehr gezweifelt.

Auslöser

Als mögliche Migräneauslöser werden Nahrungsmittel (Alkohol, Käse, Schokolade, Kaffee, Tee, Cola, Zitrusfrüchte, …), hormonelle Einflüsse (Menstruation, Pille, …), Umwelteinflüsse (Wetter, Lärm, Licht, …), emotionale Einflüsse (Stress, Angst, Depression, …), Lebensgewohnheiten (Essen, Schlaf, Rauchen, …) und verschiedene Medikamente diskutiert.

Therapie

Dem Patienten muss klargemacht werden, dass ein grob organischer Grund für seine Migräne nicht vorliegt und auch eine ursächliche Therapie derzeit nicht zur Verfügung steht.

Auf die regelmäßige fachärztliche Kontrolle und die schriftliche Dokumentation darf nicht verzichtet werden.

Unterschieden werden die Therapie der Attacke, die Langzeit- und Kurzzeitprophylaxe, wobei jeweils medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung stehen.

Da die moderne medikamentöse Therapie einem steten Streben nach verbesserter Wirkung sowie Verminderung der Nebenwirkung unterliegt und es somit immer wieder zu einem Wechsel der sinnvollsten Präperate kommt, soll hier nicht näher darauf eingegangen werden. Die Palette der Möglichkeiten reicht jedenfalls von herkömmlichen Schmerzmitteln (Aspirin, Mexalen, Novalgin, …) bis hin zu den spezifischen (Ergotamine, …) und selektiven Migränemitteln (Zomig, Imigran, Maxalt, Naramig, …). Der medikamentöse Migräneattackenplan, der in klar definierten Stufen erfolgt, sollte in Absprache mit dem Facharzt für Neurologie individuell abgestimmt werden.

Bei der nicht-medikamentösen Prophylaxe kann Attacken insofern vorgebeugt werden, als einige der oben angeführten Auslöser vermieden werden, das heißt, dass beispielsweise Ernährungsgewohnheiten umgestellt oder Stressfaktoren umgangen werden. Zusätzlich soll der Migränepatient seine Tagesaktivitäten nach besten Kräften strukturieren, da er oft empfindlich auf deutliche Änderungen des Tagesablaufes reagiert. Weiters sollte er das Rauchen einstellen und sich regelmäßig bewegen.

Die nicht-medikamentöse Therapie der Migräneattacke beinhaltet außerdem unter anderem das Auflegen von Eispackungen auf den Kopf und das Hinlegen in einem dunklen, kühlen Raum. Einige Patienten haben während des Schlafes die geringsten Beschwerden.

Wir im INSTITUT ZEILEIS beschäftigen uns seit Jahren mit den verschiedensten Formen des Kopfschmerzes, vor allem mit Migräne. Neben den erwähnten notwendigen Maßnahmen wie intensive Information, Aufklärung und Beratung als Bestandteil der Therapie stehen in unserem Haus eine Reihe hochwirksamer nicht-medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die sowohl im Anfall als auch prophylaktisch zur Anwendung kommen und größtenteils hervorragende Ergebnisse liefern – neben der Beherrschung des akuten Anfalles  kommt es oft zu einer Abschwächung oder gar zum Ausbleiben von Attacken bzw. zu einer Verlängerung des beschwerdefreien Intervalles.

Nach einem eingehenden Gespräch und notwendigen Untersuchungen zum Ausschluss allfälliger Begleithindernisse wird ein individueller medikamentenfreier Therapieplan erstellt, wobei die klassische und seit Jahrzehnten bewährte Trias Hochfrequenztherapie (hauseigen und weltweit einzigartig), Eigenblutserum und Solenoid (hochfrequentes Magnetfeld) mit einer Auswahl folgender Behandlungen ergänzt wird: TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation), Ultraschall, Heilgymnastik (Muskelrelaxation, Entspannung, autogenes Training), Flächenlaser, Resonanz-Magnetfeld-Therapie, Akupunktur, Bioresonanz, Massage, Fango, Kryo(=Kälte)therapie, sowie ausgesuchte Anwendungen aus dem Bereich der Elektro-, Hydro(=Wasser)- und Balneotherapie (hauseigenes Thermalwasser!).

Selbstverständlich behandeln wir auch alle anderen Formen des Kopfschmerzes!

Hier gelangen Sie zu den Erfahrungsberichten unserer Patienten.

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