MS Therapie

Krankheit mit vielen Gesichtern

Die Multiple Sklerose, auch kurz MS oder Encephalomyelitis disseminata genannt, ist neben der Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters. Das Heimtückische dieser Krankheit ist ihr nicht vorherzusehender Verlauf .

Multiple Sklerose – Definition

Die MS ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die zu einem herdförmigen Verlust der Ummantelung (Demyelinisierung der Markscheiden) von Nervenbahnen im Gehirn und Rückenmark führt.

Multiple Sklerose – Ursache

Die Ursache von MS ist nach wie vor ungeklärt. Man vermutet eine Autoimmunerkrankung mit gegen Markscheidenantigene gerichteten Autoantikörpern. Zusätzlich werden virale Einflüsse diskutiert.

Multiple Sklerose – Epidemiologie

Österreich gilt als Hochrisikogebiet in puncto Multipler Sklerose. Bei uns leiden rund 8000 Menschen an MS, was 100 Krankheitsfälle auf 100.000 Einwohner bedeutet. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt bei Angehörigen der weißen Rasse auf der nördlichen Halbkugel mit wachsender Entfernung vom Äquator zu. In Europa ist die MS nördlich des 46. Breitengrades häufiger als darunter, in den Bundesstaaten der USA nördlich des 38. Breitengrades ist sie stärker als in den Südstaaten vertreten, auch nördlich des 60. Breitengrades kommt sie kaum vor. Australien hat eine Häufigkeit von etwa 10, Afrika nur von 0–4 auf 100.000 Einwohner. In Ägypten, Südafrika, Südamerika, Japan, allerdings auch in Sibirien, ist die Krankheit selten. Bemerkenswerterweise finden sich in den USA und in Israel bei Einwanderern aus nördlichen Ländern Erkrankungen an MS ebenfalls weit häufiger als bei Personen, die aus südlichen Ländern stammen, sofern sie nach dem 15. Lebensjahr emigrierten. In der 2. Generation verwischen diese Unterschiede. Ob diese geographische Verteilung mit klimatischen Einflüssen oder den Bedingungen der Ernährungs- und Lebensweise zusammenhängt, ist nicht bekannt. Für die Bedeutung unterschiedlicher Lebensbedingungen spricht, dass unter der farbigen Bevölkerung in amerikanischen Großstädten Erkrankungen an Multipler Sklerose fast dreimal so häufig sind wie bei den weißen Großstadtbewohnern.

Multiple Sklerose – Statistik

Frauen haben ein doppelt so hohes Risiko, an MS zu erkranken, als Männer. Meistens manifestiert sich die Krankheit zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr, allerdings sind auch Fälle kindlicher MS beschrieben. Ein Auftreten jenseits des 50. Lebensjahres ist selten. Familiäre Häufungen treten in 3–12% der Fälle auf. Die Lebenserwartung wird nicht wesentlich verkürzt, es muss aber nach 15 Jahren bei bis zu 82% der Patienten mit zumindest moderaten neurologischen Ausfällen gerechnet werden, bis zu 76% benötigen wenigstens Hilfe beim Gehen und bis zu 29% sind bettlägrig.

Multiple Sklerose – Diagnose

Heute setzt man als bildgebendes Verfahren vor allem die Kernspintomographie (MRI) ein (das Bild zeigt eine MRI-Aufnahme des Schädels, wobei der Pfeil auf die lädierte Stelle weist). Daneben finden Liquoruntersuchungen, evozierte Potentiale und spezielle Laboruntersuchungen Verwendung in der Diagnose von MS, immer im Kontext mit dem klinischen Befund statt.

Klinik

Das klinische Bild hängt von den befallen Anteilen des Zentralnervensystems ab. Grundsätzlich kann jeder Teil des Gehirns und des Rückenmarks befallen sein, es gibt aber „bevorzugte“ Stellen  wie die Sehnerven, den Hirnstamm, das Rückenmark im Halsbereich und einige andere mehr. Zu Beginn der Erkrankungen häufig auftretende Symptome sind Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Gangstörungen und Lähmungen; dazu kommen im weiteren Verlauf noch oft Schwindel, Entleerungsstörungen von Darm und Blase, Störungen der Feinmotorik und psychische Veränderungen.

Multiple Sklerose – Verlaufsformen

Zirka 15% aller MS-Fälle verlaufen vom Anfang an chronisch progredient, also ohne Schübe. Plateaus, d.h. Phasen ohne Verschlechterung oder sogar mit leichter Verbesserung, sind möglich. Man spricht von primär chronisch progredienter MS. Ein relativ seltene Form zeigt zwar auch einen chronisch progredienten Verlauf, zusätzlich aber Krankheitsschübe mit oder ohne vollständige Rückbildung – progredient schubförmige MS. Die bei weitem häufigste Verlaufsform beginnt mit einem Krankheitsschub, dessen Symptome sich vollständig oder teilweise zurückbilden. Es folgen weitere Schübe in unterschiedlichen Abständen und Schweregraden. Über 80% aller Krankheitsfälle gehören dieser schubförmigen remittierenden MS an. Zunächst ist zwischen den Schüben keine Verschlechterung zu erkennen. Im Laufe der Jahre gehen allerdings die meisten dieser Fälle in eine sekundär progrediente MS über, bei der es dann zu einer kontinuierlichen, allmählichen Verschlechterung kommt. Weiters gibt es einen benignen Verlaufstyp mit wenig Behinderung auch nach langjährigem Verlauf und einen malignen Typ, der in Monaten bis Jahren zu schweren Behinderungen und Tod führt.

Multiple Sklerose – Schub

Unter einem Schub versteht man bei MS ein akutes bzw. subakutes Auftreten eines neuen, das Wiederauftreten eines früheren oder die Verschlechterung eines bestehenden neurologischen Ausfalls über mehr als 24 Stunden (Pseudoschübe = Verschlechterung bestehender Symptome z.B. im Rahmen eines fieberhaften Infektes).

Multiple Sklerose – Therapie

Eine Heilung der Multiplen Sklerose ist bis heute nicht möglich. Die medikamentöse Behandlung der MS lässt sich in 3 Ebenen gliedern. Diese umfassen erstens die Akutbehandlung eines Krankheitsschubes mit Kortikosteroiden (Kortison), zweitens die gezielte Intervalltherapie zur Verhinderung weiterer Schübe sowie des Fortschreitens einer Behinderung mit Interferon-beta, Glatirameracetat, intravenösen Immunglobulinen, Azathioprin, Metothrexat sowie Mitoxantron und drittens Maßnahmen im Hinblick auf individuelle Symptome. Diese symptomorientierte MS-Therapie richtet sich gegen Spastik, Müdigkeit, Depression, Schmerz, Blasenentleerungsstörung, neuropsychologische Ausfallserscheinungen, … Neurorehabilitative Verfahren wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Hirnleistungstraining sind dabei von großer Bedeutung. In diese Ebene greifen auch sämtliche in Frage kommenden Therapien des INSTITUT ZEILEIS ein, wobei bei uns, wie es sich für ein Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation gehört, die nicht-medikamentöse Therapie im Vordergrund steht. Die ambulant im INSTITUT ZEILEIS betreuten MS-Patienten benötigen entweder noch keine Medikamente, oder sie befinden sich in einem pharmakologisch freien Intervall, oder sie kombinieren die vom Neurologen vorgeschlagenen Medikamente mit Anwendungen, die seit Jahren bereits vielen Menschen mit Multipler Sklerose geholfen haben: dazu gehören verschiedenste, teilweise weltweit einzigartige Therapien, wobei die Kombination von Hochfrequenzströmen (d`Arsonvalisation), Solenoid (hochfrequentes Magnetfeld) und Eigenblutinjektionen unerreicht ist. Ergänzende therapeutische Maßnahmen sind vor allem Heilgymnastik, Massagen, Flächenlaser, Resonanz-Magnetfeld-Therapie, Akupunktur, Bioresonanz, Magnetfeldmatte (niederfrequentes Magnetfeld), Lichttherapie sowie ausgesuchte Anwendungen aus dem Bereich der Elektro-, Hydro(=Wasser)- und Balneotherapie (hauseigenes Thermalwasser!).

Hier gelangen Sie zu den Erfahrungsberichten unserer Patienten.

Beitrag Multiple Sklerose als PDF downloaden (30 KB)